Interview Robin Schenk
Interview mit Robin schenk, Chief operating officer (COO) und mitglied der geschäftsführung
Robin Schenk verantwortet bei der GH Hotel Interior Group das operative Projektgeschäft und bringt dafür einen fachlich starken Hintergrund mit: Gelernter Tischler, Wirtschaftsingenieur und freier Dozent für Innovationsmanagement und Nachhaltigkeit an der Wilhelm Büchner Hochschule. Im Gespräch, anlässlich des 30-jährigen Bestehens, erklärt er, wie er technisches Handwerk und Prozessdenken zusammenbringt, was ihn 2022 zu GH geführt hat und was er in den nächsten Jahren verändern will.
Im Jahr 2022 bist du Teil der GH Hotel Interior Group geworden. Was hat dich zu diesem Schritt bewegt?
Robin: „Ich habe bereits bei meinem vorherigen Arbeitgeber, der Meyer Werft in Papenburg, mit GH zusammengearbeitet, da wir großflächig Kreuzfahrtschiffe mit individuell produzierten Polstermöbeln durch GH beziehungsweise den Produktionsbetrieben ausgestattet haben. Gerade die Kompetenz der eigenen Fertigungen, die vollstufige Polsterei sowie die Tischlerei haben mich interessiert. Es hat mich gereizt, den Kunden in einem anderen Service-Level zu begegnen.“
Du kanntest die Familie Hegger bereits vor deinem Einstieg. Inwieweit hat dies deine Entscheidung beeinflusst?
Robin: „Ich kenne die Familie Hegger seitdem ich 16 bin. Mit dem ältesten Sohn von Hans, der ebenfalls Johannes heißt, habe ich gemeinsam Abitur gemacht. Viele intensive Gespräche in privater Runde haben mich letztendlich dazu bewegt, diesen Schritt zu gehen. Zu der gesamten Familie pflege ich einen langjährigen und vertrauensvollen Kontakt. In der Branche war Hans für mich ein wichtiger Mentor und Ratgeber, dessen Erfahrung und Unterstützung für mich von großem Wert waren und immer noch sind.“
Du hast nebenberuflich Wirtschaftsingenieurwesen studiert. War das eine strategische Entscheidung?
Robin: „Ja, das war es auf jeden Fall. Meine Basis ist das Tischlerhandwerk, das ich mit meinem Studium zum Bachelor of Engineering in Holzingenieurwesen noch fundierte vertiefen konnte. habe. Somit war die technische Grundlage geschaffen. Mit dem Masterstudium im Wirtschaftsingenieurwesen wollte ich mich interdisziplinär gut für die berufliche Zukunft aufstellen.“
Du bist seit deinem Abschluss als Dozent an der Wilhelm Büchner Hochschule angestellt, inwieweit ergänzt diese Anstellung deine Tätigkeit bei GH?
Robin: „Der Austausch mit den Studierenden bereitet mir große Freude. Da die meisten von ihnen bereits berufstätig sind, erhalte ich wertvolle Einblicke in die Praxis unterschiedlichster Branchen. Dadurch lerne ich neue Perspektiven kennen, erweitere kontinuierlich mein Netzwerk und gewinne Anregungen für meine eigene Arbeit. Insbesondere prozessuale Fragestellungen sowie Themen rund um Nachhaltigkeit greife ich gerne auf und bringe sie in unseren Arbeitsalltag bei GH ein.“
Die Geschäftsführung bei GH ist heute dreiköpfig, mit klarer Aufgabenteilung. Wie funktioniert diese Zusammenarbeit in der Praxis?
Robin: „Matthias, Hans und ich ergänzen uns als interdisziplinäres Team sehr gut. Jeder von uns hat seinen eigenen Fokus, wenngleich wir uns stets eng abstimmen. Uns ist es wichtig, die Zukunft des Unternehmens gemeinsam und nachhaltig zu gestalten.“
Matthias verantwortet den kaufmännisch-strategischen Bereich, du das operative Projektgeschäft. Wo überschneiden sich diese Welten und wie geht ihr damit um?
Robin: „Wir haben zwangsläufig viele Schnittmengen, da diese Disziplinen aufeinander einwirken. Es beginnt mit Budgetierungen von Projekten und geht über Kapazitäts- und Ressourcenplanung. Matthias und ich befinden uns im engen Austausch und stimmen die Prozesse aufeinander ab, sodass wir eine bestmögliche Wertschöpfung in unseren Projekten erreichen können.“
Du verantwortest das operative Projektgeschäft bei GH. Was bedeutet das konkret? Was landet täglich auf deinem Tisch?
Robin: „Ich führe meist die Erstgespräche mit unseren Kunden, wenn Projekte konkreter werden. Das heißt im Endeffekt, dass ich auch oft unterwegs bin. Die Digitalisierung und das gezielte Nutzen von KI-gestützter Software vereinfachen meinen Arbeitsalltag dabei erheblich. Unsere Kundschaft ist vielschichtig. Ich spreche mit kirchlichen Trägern, Privatkliniken, Projektierern, Architekten, Privatpersonen oder Hoteliers. Dabei sind die Anforderungen, ob qualitativ oder quantitativ, stets andere. Die Projekte beginnen überwiegend früh mit einer Bedarfsermittlung und münden in einem ersten Konzept. Ich betreue die Kunden in der Vertragsausgestaltung und schließe die Projekte gemeinsam mit unserem Projektmanagement mit einem Projekt-Review ab. Wichtig ist uns eine langjährige Kundenbindung.“
Was ist der kritischste Moment in einem typischen GH-Projekt und wie erkennst du ihn, bevor er zum Problem wird?
Robin: „Kritisch wird es, wenn wir von unserer festgelegten Planung abweichen. In unseren Projekten werden die QKT-Ziele früh im Prozess definiert und über das Projektcontrolling kontrolliert. Dieses Projektcontrolling umfasst qualitative und quantitative Zielvorgaben, die in gemeinsamen Jour-Fixe Terminen mit allen Projektleitern diskutiert werden. Wenn es Themen gibt, die dazu führen, dass wir uns von der geplanten Route entfernen, ergreifen wir kurzfristig Maßnahmen. Projekte leben davon, dass bei unvorhersehbaren Ereignissen schnell gegengesteuert wird, um den Projekterfolg zu gewährleisten.“
Wo hilft dir dein handwerklicher Hintergrund im Projektgeschäft am meisten?
Robin: „Gerade im individuellen Innenausbau kommt mir mein handwerklicher Hintergrund sehr zugute. Er ermöglicht es mir, technische Herausforderungen und Lösungsansätze direkt im Projektteam zu diskutieren und praxisnah zu bewerten. Durch meine regelmäßige Präsenz auf den Baustellen und den engen Austausch mit unseren Montageteams sowie den Werken können wir technische Details frühzeitig abstimmen und weiterentwickeln. Dies trägt maßgeblich dazu bei, die Ausführungsqualität zu erhöhen und unsere Prozesse langfristig stabiler und effizienter zu gestalten.“
Was möchtest du im Projektgeschäft von GH in den nächsten Jahren verändern oder weiterentwickeln?
Robin: „Mein Ziel ist es, stabile und effiziente Prozesse zu schaffen und den Einsatz von KI gezielt dort zu nutzen, wo sie einen echten Mehrwert bietet und Ressourcen sinnvoll einsetzt. Dabei ist mir ein ganzheitlicher Ansatz im Projektcontrolling besonders wichtig, damit wir aus den gewonnenen Daten und Metadaten kontinuierlich lernen und unsere Projekte weiter verbessern können. Gleichzeitig wünsche ich mir aber vor allem ein engagiertes Team, das die verschiedenen Themen zusammenführt, Verantwortung übernimmt und unsere Projekte mit Begeisterung und Leidenschaft zum Erfolg führt. Ich bin froh, ein Teil der GH-Familie zu sein und wünsche mir für die Zukunft zahlreiche spannende und erfolgreiche Projekte.“
Wo siehst du GH in 10 Jahren?
Robin: „In zehn Jahren sehe ich GH als starken Partner für unsere Kunden an der Schnittstelle zwischen technischem Gebäudeausbau und Innenausbau sowie als etablierten Generalunternehmer für die ganzheitliche Umsetzung anspruchsvoller Kundenprojekte.“
Was machst du, um nach einem intensiven Projektabschluss wieder runterzukommen?
Robin: „Nach einem intensiven Projektabschluss komme ich am besten in der Natur zur Ruhe. Ob bei einem ausgiebigen Lauf mit inspirierender Musik oder einer Auszeit am Wasser. Am Wochenende darf es auch gern mal der Volkspark in Hamburg sein. Am schönsten ist es, wenn meine Partnerin oder Freunde dabei sind.“
Vielen Dank für das Gespräch, Robin!