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Interview Johannes Hegger

Interview mit Gründer und Inhaber der GH Hotel Interior Group: Hans Hegger

Zum 30-jährigen Bestehen von GH blickt Gründer Johannes (Hans) Hegger im folgenden Interview auf die Entwicklung seines Unternehmens zurück. Er spricht über die Anfänge der Selbstständigkeit, wichtige unternehmerische Entscheidungen und den Wandel hin zum Generalunternehmer im Projektgeschäft.

 

Welche beruflichen Stationen hast du vor 1996 durchlaufen?

Hans: „Die Affinität zu Einrichtungsthemen habe ich sicher durch meine Tischlerlehre bekommen. Nach Bundeswehr und Abitur, habe ich dann in Rosenheim die Ingenieurschule besucht. Ursprünglich hatte ich die Idee nach Amerika zu gehen, habe es aus heutiger Sicht dann leider nicht gemacht. Meine ersten Stationen waren dann in der Polstermöbelindustrie bei Himolla in Taufkirchen und in den Hülsta-Werken in Stadtlohn beziehungsweise bei der Benze Collection in Bad Münder. Bei den Hülsta-Werken war ich damals mit im Führungskreis, habe hier viel gelernt und letztlich ist hier meine Idee für meine Selbstständigkeit gereift.“

 

Welche Entwicklungen haben letztendlich zu deinem Entschluss geführt, in die Selbstständigkeit zu wechseln?

Hans: „Vor meiner Selbstständigkeit war ich, wie gesagt, bei HIMOLLA und den Hülsta-Werken beschäftigt, also im reinen Möbelhandel. Als junger Prokurist bei Hülsta war ich früh in strategische Themen mit eingebunden. Da der Möbelhandel aber immer dominanter und preisaggressiver wurde, habe ich mich bereits damals entschlossen, erste Schritte in den Objektbereich zu gehen. Dies hat mir auch deshalb gut gefallen, weil hier über Individualität auch eine größere technische Leistung gefordert war. Da die Hülsta-Werke diesen Weg damals nicht konsequent weiter gehen wollten, habe ich mich entschlossen, diese Idee selbstständig umzusetzen.“

 

Kannst du dich an deinen ersten Auftrag erinnern? Wie fühlte es sich für dich an?

Hans: „Ja, sehr gut. Damals hatte ich meinen ersten Kontakt zu der Maritim Gruppe, der Einkäufer hieß damals Herr Klimmt, und auch war Herr Gomolla Senior noch im Unternehmen. Sie haben mir vertraut und mit Maritim habe ich meinen ersten Objektauftrag gemacht. Dieser erste Auftrag war für mich besonders wichtig und ich bin heute noch sehr stolz darauf, dass ich dabei überzeugen konnte.“

 

Hast du deine Entscheidung zwischendurch bereut?

Hans: „Natürlich war es sicher gut, dass ich zu Beginn nicht wirklich wusste, was alles auf mich zukommt. Gerade die ersten Jahre haben hat viel Engagement verlangt und meiner Familie sicher auch einiges abverlangt. Umso dankbarer bin ich für die Unterstützung, die ich dabei hatte. Bereut habe ich den aber Schritt nie.“

 

GH arbeitet mit eigenen Produktionsgesellschaften für Polstermöbel und für Tischlerarbeiten. Wann war dir klar, dass eigene Fertigungen kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit sind?

Hans: „Für mich war klar, wenn wir für unsere Kunden Individualität sicherstellen wollen, dann brauchen wir Fertigungskompetenz. Daraus haben sich dann nach und nach 2 Werke entwickelt, mit insgesamt über 300 Mitarbeitenden.“

  

 

Wie kam es zu der Entscheidung, vom Produkt- zum Projektgeschäft zu wechseln?

Hans: „Vor 30 Jahren war es noch ein Wettbewerbsvorteil, zu wissen, wo auf der Welt bestimmte Produkte hergestellt und eingekauft werden konnten. Mit der Globalisierung und dem Start des Internets wurden diese Informationen aber natürlich für alle leichter zugänglich. Dadurch verlor unser damaliges Projektmanagement in Deutschland an Bedeutung. Für mich war es deshalb der logische nächste Schritt, komplexere Aufgaben zu übernehmen und im Projektgeschäft mehr Verantwortung zu tragen.“

 

Was unterscheidet den Generalunternehmer-Ansatz grundlegend von einem klassischen Lieferanten oder Einrichter?

Hans: „Während klassische Anbieter häufig vor allem Produkte liefern oder einzelne Bereiche ausstatten, sind unsere Projekte heute deutlich komplexer. Wir verstehen uns als Partner, der Verantwortung für die ganzheitliche Umsetzung übernimmt. Von der Beratung über Interior Design und Projektmanagement bis hin zur finalen Steuerung auf der Baustelle. Unser Konzept basiert darauf, die Bedürfnisse unserer Kunden wirklich zu verstehen und an allen Schnittstellen die bestmögliche Lösung zu schaffen. Denn wir sind überzeugt, dass wir Projekte erfolgreicher und effizienter umsetzen, wenn wir die Anforderungen und Erwartungen unserer Kunden besser verstehen als andere. Dafür braucht es aber natürlich engagierte Mitarbeiter mit unterschiedlichsten Kompetenzen, die diesen Anspruch täglich leben und weiterentwickeln.“

 

Du hast drei Jahrzehnte Hotelentwicklung aus nächster Nähe begleitet. Was hat sich am stärksten verändert?

Hans: „Die Herausforderungen sind in allen Bereichen gewachsen, bei Finanzierungsthemen, Komplexität in der Umsetzung, die unterschiedlichen Hotelprodukte und Brands haben deutlich zugenommen. Gleichzeitig bedeutet das, wie so oft auch, eine Chance, denn nicht jeder möchte sich diesen Herausforderungen stellen. Es ist ein sehr personenbezogenes Geschäft und ich freue mich immer sehr, wenn wir Mitarbeiter finden, die diese Chance erkennen.“

 

Welches Projekt aus 30 Jahren würdest du hervorheben? Nicht weil es das größte oder besonderste war, sondern weil es dich am meisten gefordert oder geprägt hat.

Hans: „Für mich gibt es da nicht das eine Projekt. Es freut mich jedoch zu sehen, dass wir sowohl im Budgetbereich als auch im Luxusbereich Hospitality Projekte umsetzen können. Genau das war auch die Idee mit den eigenen Fertigungen, durch die wir individuell gestalten können.“

 

Seit einem Jahr ist dein Sohn Matthias Teil der Geschäftsführung. Hattest du bereits in den Anfängen gehofft, dass das Unternehmen in der Familie bleibt?

Hans: „Sicher habe ich immer auch gedacht, … es wäre doch schön, wenn … Nur eines war mir immer wichtiger, meine Söhne sollen den Weg gehen, den sie sich für ihr Leben vorstellen. Der bisherige Weg, auch für unser Unternehmen, war mein persönlicher Weg. Auch Matthias wird seinen eigenen Weg finden und gehen. Soweit ich gesund bleibe, werde ich ihn gerne begleiten.“

  

 

Die Geschäftsführung besteht seit einiger Zeit aus drei Personen. Neben deinem Sohn Matthias und dir, ist auch Robin Schenk als Chief Operating Officer, Teil der Geschäftsführung. Wie ist die Zukunft des Unternehmens dadurch aufgestellt?

Hans: „Matthias hat seine Stärken, sowohl persönlich als auch durch seine bisherige berufliche Laufbahn, im Bereich Strategie, Finanzen und Controlling. Ein wichtiger Part, auf den wir gerade heute immer mehr Fokus legen müssen. Darüber hinaus haben wir eine technische Komponente, in den Werken und auch im Projektgeschäft, die ebenso sehr wesentlich ist. Uns war immer klar, dass wir hier Kompetenz halten müssen und haben diesbezüglich schon vor vielen Jahren den Kontakt zu Robin Schenk gesucht. Der Kontakt zu Robin kam schon vor vielen Jahren über meinen Sohn Johannes, er besteht also schon sehr lange. Wir freuen uns sehr, mit Robin einen vertrauensvollen und persönlichen Partner an unserer Seite zu haben.“

    

 

Wenn du dem Hans Hegger von 1996 einen Satz mitgeben könntest, welcher wäre das?

Hans: „Das ist gar nicht so einfach. Vielleicht würde ich meinem früheren Ich sagen: Mach weiter so oder bleib dran! Der Weg war nicht immer einfach und es gab keine Vorlage oder Schema F, aber er hat gepasst. Und wenn ich heute auf 30 Jahre zurückschaue, dann mit echter Freude an dem, was daraus geworden ist."

 

Was wünschst du dir für dein Unternehmen? Nicht strategisch, sondern menschlich.

Hans: „In erster Linie, dass die Menschen, die dieses Unternehmen tragen, Matthias, unsere Mitarbeiter, eben das ganze Team, echte Freude daran haben. Und dass diese Freude sie neugierig hält. Wer mit Begeisterung dabei ist, findet die richtigen Ideen, erkennt Chancen und traut sich, sie anzugehen. Das wünsche ich mir."

 

Vielen Dank für die persönlichen Einblicke!

 

Weitere Einblicke in die Unternehmensgeschichte finden Sie in unserem Jubiläumsbeitrag.